Pyrenäen Gebirgsmolch - Euproctus asper

Im Mai 1998 konnte ich zwei Pärchen des Pyrenäen Gebirgsmolches Euproctus asper übernehmen. Bei den Tieren handelt es sich um Wildfänge aus dem Ordesa Nationalpark (ca. 1500 m Höhe) in den spanischen Pyrenäen. E. asper kommt sowohl in den spanischen als auch in den französischen Pyrenäen vor. Die Tiere erreichen eine Länge von bis zu 16 cm und sind auf der Oberseite durch ein Grau bis hin zu einem verwaschenen Grün gezeichnet. Die Oberseite kann auch durch dunkle und unregelmäßige Flecken gekennzeichnet sein. Auf der Bauchseite können die Tiere gelblich oder orange-rot gefärbt sein. Bei Jungtieren befindet sich auf der Rückenmitte und auch auf den Seiten eine gelbe Zeichnung die recht unterschiedlich ausgeprägt ist. Mit zunehmenden Alter wird diese Zeichnung blasser und verschwindet bei den meisten Adulten. Tiere von dem französischen Fundort bei Castelmouly behalten die Gelbfärbung dagegen in der Regel bei. Der Eiansatz der Weibchen war 1998 gut. Ich pflege die Tiere in einem 120 cm langem Aquarium mit einem Wasserstand von 0 bis 15 cm. Im Wasser befinden sich Steinaufbauten die zum Unterschlupf für die Tiere und wohl später auch zur Eiablage (hoffentlich!) genutzt werden. Im Wasserteil befindet sich ein kleiner Schwarzwurzelfarn und etwas Javamoos. Trotz des Eiansatzes haben die Tiere im letzten Jahr keine Eier bei mir abgelegt. Unabhängig davon habe ich es auch schon bei anderen Urodelen beobachtet, daß es trotz eines vermeindlich guten Eiansatzes bei einer erheblichen Standort- und Behälterveränderung nicht zur erfolgreichen Eiablage kann. Bei zwei Molcharten habe ich nach einem Besitzerwechsel abgestoßene Eier vorgefunden, die sich auch nicht mehr entwickelten. Bis zum Herbst des letzten Jahres konnten zahlreiche Paarungen beobachtet werden. Die letzte Paarung habe ich am 14. Nov.bei einer Wassertemperatur von 6 °C beobachtet, welche über 24 Stunden anhielt. Die Euproctus asper haben ein ausgesprochen gut funktionierendes Sexualleben. Nach meinem Empfinden sind die Euproctus asper die Bonobos unter den Schwanzlurchen!

 
Euproctus asper in Paarung.
Freilandaufnahme aus den Spanischen Pyrenäen.
Foto: B. Thiesmeier
  Zwei unterschiedlich gezeichnete Jungtiere von E. asper.
Foto: B. Thiesmeier

Euproctus asper frißt alles was er bewältigen kann. Auch bei Temperaturen von 6°C wird noch verhalten gefressen.
Über die Freilandbeobachtungen, Haltung, Pflege und Zucht von Euproctus asper hat in jüngster Zeit THIESMEIER&HORNBERG (Salamandra 22, S. 196 - 210, Salamandra 26, S. 63 - 82 u. a.) ausführlich berichtet.

PeFraDi.
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Letzte Aktualisierung 12. Oktober 2001.
© AG Urodela; Datum der Erstveröffentlichung: 1. März 1999