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Der Rotrücken-Waldsalamander ist der einzige Vertreter der Lungenlosen Salamander, die ich pflege. Die Gattung Plethodon ist in Nordamerika beheimatet und lebt völlig unabhängig von Gewässern. Sein Lebensraum sind Wälder. Selbst zur Paarungszeit suchen die Waldsalamander kein Gewässer mehr auf. Auch die Entwicklung der Eier geschieht an Land. Dabei ist besonders interessant zu beobachten, daß das Weibchen Brutpflege betreibt. Werden die Eier vom Weibchen getrennt, vermindert sich die Schlupfrate um mehr als die Hälfte und die verbleibenden geschlüpften Jungsalamander sind wesentlich kleiner und unterentwickelter als wenn das Muttertier das Gelege bewacht.
Es gibt etwa um die 20 Plethodon-Arten die mehrere Unterarten ausbilden. Bei der hier vorgestellten Art soll es 2 oder 3 Unterarten geben, die sich durch die verschiedene Färbung unterscheiden. Meine Tiere haben, bis auf zwei, alle ein mehr oder weniger intensiv rot gefärbtes Band auf dem Rücken. Dieses Rot kann erheblich in seiner Intensität schwanken. Es soll auch Tiere geben, bei denen dieses rote Rückenband gelb oder grau sein kann. Auch ganz schwarze Exemplare sind bekannt. Die Tiere haben einen sehr schlanken Körper. Zwei meiner Tiere sind völlig braun.
Waldsalamander sind sehr anspruchslose und hübsche Terrarienpfleglinge. In der Regel richtet man den Tieren ein reines Waldsalamander Terrarium ein. Ich pflege eine Gruppe von 18 ausgewachsenen Tiere in einem sog. Waldsalamanderterrarium. In dem Terrarium befindet sich ein flaches Wasserschälchen, welches von den Tieren nur in den ersten Tagen ganz sporadisch aufgesucht wurde und seitdem nicht mehr. Im Gegensatz dazu halten sich die Tiere, welche ich in einem Aquaterrarium pflege, regelmäßig im Wasserteil auf. Besonders im Herbst suchen die Tiere das Wasser sehr häufig auf und verbleiben darin meist einige Stunden, mitunter auch Tage. Das Aquaterrarium, welches ich für meine Tiere eingerichtet habe, teilt sich in zwei Drittel Land und einem Drittel Wasser auf. Im Wasser habe ich verschiedene Wasserpflanzen und einige größere Steine auf kleinen Kieseln eingebracht. Der Wasserstand ist von 0 bis 4cm ansteigend. Auf dem Landteil habe ich Lauberde aufgebracht und darauf Moosplatten gelegt. Einige kleine Rindenstückchen vervollständigen die Einrichtung. Die Plethodon cinereus klettern überaus geschickt an den Glasscheiben der Behälter empor und setzen dort zum Großteil ihre Exkremente ab.
An das Futter stellen die Tiere keinerlei Ansprüche. Alles was sich bewegt, und sei es wegen der Größe des Beutetieres auch noch so schwer verschlingbar, wird gefressen. Wenn meine Waldsalamander hungrig sind, kommen sie sofort aus ihren Verstecken heraus und recken ihre kleinen Köpfchen in Richtung Terrariumöffnung. Des weiteren nehmen die Waldsalamander in dem Aquaterrarium auch Futter im und unter Wasser zu sich.
Ein für mich unerklärbares Geschehnis ist folgendes: Ich habe es bereits zum zweiten Mal erlebt, daß bei einem Salamander der Schwanz fehlt. Beim ersten Mal ist es mir bei einem Tier aufgefallen, welches sich in einer Gruppe mit 18 ausgewachsenen Tieren in einem reinen Waldsalamanderterrarium befindet. Ich maß dem eigentlich keinerlei größere Beachtung bei, da ich auch einige andere Waldsalamander habe, wo der Schwanz regeneriert ist. Das zweite Tier ohne Schwanz entdeckte ich in dem Aquaterrarium, wo sich 6 cinereus befinden. Hier fand ich auch den Schwanz. Der Schwanz "zappelte" noch, ebenso wie wir es bei Lacerten beobachten können, nachdem sie ihren Schwanz abgeworfen haben. Die Ursache kann ich nicht exakt bestimmen, habe aber nach längerer Beobachtung folgende zwei Hypothesen: Die 1.: Die Rotrücken Waldsalamander sind sehr gefräßig und schnappen nach allem was sich bewegt und in etwa nach Freßbarem aussehen könnte. Dabei konnte ich beobachten, daß die Salamander auch nach den Beinen, Köpfen u. a. Körperstellen, allerdings auch nach dem sich bewegenden Schwanz schnappen. Da die Salamander ganz schön an der einmal erfaßten Stelle herumreißen, liegt die Vermutung nahe, daß sie, wenn sie eines Kollegen Schwanz erwischt haben, ihn auch abreißen können. Die 2.: Hin und wieder konnte ich ein Verhalten bei den Salamander beobachten, daß in einem geringfügigen Maße an Revierkämpfe erinnerte. Dabei schien es so als ob ein Waldsalamander ein bestimmtes Gebiet im Behälter verteidigen würde. Allerdings habe ich es bis jetzt noch nicht beobachten können ob sich die Tiere dabei verletzen, z. Bspl. durch schnappen.
Dazu ist ein Artikel von THIESMEIER (1991) sehr aufschlußreich den ich erst 1998 erhielt. Der Autor bezieht sich dabei auf Artikel/Arbeiten von JAEGER, THOMAS, SILVA NUNES & JAEGER und MATHIS, welche alle zusammen ein Revierverhalten von Plethodon cinereus beschreiben. Interessant ist das Verhalten allerdings auch Jungtieren gegenüber.
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In dem Waldsalamanderterrarium spazierte zu meiner Verwunderung und Überraschung eines schönen Tages ein winzig kleiner Waldsalamander kreuz und quer durch das Minibiotop. Darauf hin habe ich das komplette Terrarium ausgeräumt und einen weiteren kleinen Waldsalamander entdeckt. |
Ob es mehrere Jungtiere gegeben hat oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Der Behälter ist zwar für die Waldsalamander sicherlich gut, allerdings auch unübersichtlich eingerichtet. Allen beiden kleinen Salamandern fehlt ein mehr oder weniger großes Stück vom Schwanz. Werden auch kleinere männliche Salamander auf diese Art und Weise ihres Schwanzes entledigt oder nur so als kleines Futtertier "vernascht"? Das Alter des abgebildeten Tieres kann ich nicht angeben. Das Photo habe ich acht Wochen nach der Entdeckung des Tieres angefertigt. Der Schwanzstummel fängt bereits an zu regenerieren.
Am 3. 1. 1998 kontrollierte ich meine Terrarien wieder ausgiebig und gründlich. Dabei entdeckte ich dann zu meiner Freude die Eier bei den Hongkongmolchen. Die vorhandenen Eier entnahm ich mit den Elodea-Ranken und brachte sie in einer Wasserschale mit der Größe von 17x17x8 cm (LxBxH), Wasserstand 3 cm, Temp. 17 bis 19°C, unter. Die Temperaturen sanken gelegentlich auch bis auf Werte von 16°C.
| Bei dem zweiten Tier, welches ich ohne Schwanz auffand, entdeckte ich ebenfalls eine Verletzung auf dem Rücken. Das Tier war schon etwas geschwächt. Eine sofortige Separierung konnte das Tier allerdings auch nicht mehr retten. Eine Behandlung der "Bißstelle" erfolgte nicht. Das Tier verendete 24 Stunden nach Feststellung der Verletzung. Wenn die Tiere bei einem Revierkampf (?) einmal verletzt worden sind, scheinen die Kontrahenten solange nicht mehr nachzugeben bis die unterlegenen Tiere aus ihren Revieren verschwunden sind bzw. so stark verletzt werden bis sie sterben. | ![]() |
Meine Waldsalamander pflege ich bei Temperaturen von 1 bis 20°C. Kurzzeitig kann die Temperatur im Sommer auch 24°C betragen. Futter wird bei einer Temperatur von 4°C noch aufgenommen.
Verbreitung:
NO USA
Literatur (dt. sprachig):
In allen größeren Standartwerken behandelt.
PeFraDi.
peterfrank.dippold@gmx.net
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Die Weiterverwendung der Bilder ohne die Erlaubnis der Bildautoren ist untersagt! Bei Fragen und Unklarheiten wenden Sie sich bitte an die jeweiligen Autoren. Letzte Aktualisierung 12. Oktober 2001. © AG Urodela; Datum der Erstveröffentlichung: 1. März 1999 |