Rauhäutiger Gelbbauchmolch - Taricha granulosa

Der Kalifornische Gelbbauchmolch erfreut sich bereits seit Jahrzehnten einer besonderen Beliebtheit in den Aquarien der Schwanzlurchliebhaber. Die Art unterliegt aber bedauerlicher Weise ebenso den Trenderscheinungen wie auch viele andere Molch- und Salamanderarten. Vor einigen Jahren wurde Taricha granulosa in größeren Stückzahlen zu relativ günstigen Preisen immer wieder angeboten. Einige Tiere konnten erfolgreich vermehrt werden, fanden aber kaum Abnehmer. Das ist eigentlich sehr bedauerlich, weil es sich auch bei dem Gelbbauchmolch um eine recht hübsche und vor allen Dingen leicht pfleg- und vermehrbare Art handelt, die eine Gesamtlänge von bis zu 20 cm erreichen soll, meist aber nur 18 cm Gesamtlänge erreicht. Die Tiere sind oberseits braun bis dunkelbraun gefärbt und von der orangefarbenen Unterseite deutlich abgesetzt. Besonders möchte ich auf die kleineren Augen verweisen, die mich mit ihrer smaragdgrünen Farbe, die einen sehr intensiven Ausdruck haben, immer wieder aufs neue bezaubern. Von allen Taricha-Arten besitzen T. granulosa auch die kleinsten Augen überhaupt, weswegen eine Verwechslung mit den anderen Taricha-Arten de facto nicht möglich ist. Die Art ist in Südalaska, Kalifornien und dem Westteil von Nordamerika zu Hause. Wenn man sich Wildfänge zulegt, dann wird man nicht erfahren aus welchem Gebiet die Tiere stammen. Das ist bei Taricha granulosa auch nicht sonderlich wichtig, da sich die Tiere an ihre neuen Umgebungsbedingungen sehr gut und problemlos anpassen. Meine Gelbbauchmoche pflege ich in Aquarien, die mit reichlich Wasserpflanzen und Bodengrund ausgestattet sind. Die Aquarien befinden sich in meinem Molchzimmer, welches nicht beheizt wird und nach Norden ausgerichtet ist. Im Herbst, bei sinkenden Temperaturen, zeigen die Molche, vor allen Dingen die Männchen, aber auch schon die Halbwüchsigen, ihre Liebeswerbungen. Die Überwinterungstemperatur beträgt bei mir so um die 5 bis 6°C. Ab April/Mai eines jeden Jahres verbringe ich die Tiere in Aquarien in meinem Garten. Meistens fällt die Durchschnittstemperatur noch einmal auf ca 8 bis 5°C ab. Mit dem Ansteigen der Wassertemperatur beginnen die Tiere mit der Ausbildung ihrer typischen Brunstzeichen. Bereits bei Temperaturen von 16°C sind die Tiere in voller Paarungsstimmung und vermehren sich. Ein ebenfalls auslösend erscheinender Faktor könnte der zunehmende Lichteinfall sein. Zweifelsohne trägt die vermehrte und natürliche Lichtintensität zur früheren Paarung bei. Gelbbauchmolche, die ich in meinem Molchzimmer gepflegt habe, kamen bei einer Verlängerung der künstlichen Beleuchtung auf ca. 14 bis 16 Stunden erst bei einer Temperatur von ca. 20°C in richtige Paarungsstimmung. Bei den Männchen schwoll zunächst die Kloake deutlich an und die Schwanzschneide verbreiterte sich. Die Tiere paaren sich, in dem das Männchen bei dem Weibchen von hinten auf deren Körper aufreitet. Mit den verstärkten Vorder- und Hinterbeinen klammert sich das Männchen nun bei dem Weibchen fest, so wie es bei Klingelhöfer mit einem T. torosa Paar abgebildet ist (Siehe dazu auch Taricha torosa). Junge und vielleicht auch noch nicht geschlechtsreife Tiere können bei diesen Klammerungsversuchen schon einmal eine recht amüsante und komische Figur machen. Bereits zweijährige Tiere können diese typischen Paarungsmerkmale zeigen, schreiten aber erst im Alter von frühestens drei Jahren zur erfolgreichen Paarung. Nach ca. vier bis sechs Wochen, die Zeitspanne von der Paarung bis zur Eiablage scheint mir temperaturabhängig zu sein, werden die ersten Eier über einen längeren Zeitraum wahllos und einzeln an Wasserpflanzen oder auch anderen Gegenständen im Wasser abgelegt. Unbefruchtete Eier werden in Form von Trauben oder Klumpen abgelegt. Eine besondere Sorgfalt lassen die Weibchen bei der Eiablage nicht walten. Ebenso sind die Eier nicht besonders empfindlich gegenüber Wasserveränderungen und etwas unvorsichtigen Berührungen von seiten des Pflegers. Die Entwicklung erfolgt problemlos. Wenn sich die Larven zum Jungmolch umwandeln, senke ich den Wasserstand. Somit verbleiben die Jungtiere gleich im Wasser und nehmen nach einigen Tagen bereitwillig Futter auf. Bei einer optimalen Pflege, der erste Winter wird warm durchgefüttert, erreichen die Gelbbauchmolche im zweiten Lebensjahr bereits eine Größe von bis zu 15 cm. Im dritten Jahr können sie dann bereits die ersten Paarungsaktivitäten zeigen, was wohl ein unbedingtes Temperaturgefälle voraussetzt. Als Nahrung nehmen die Tiere alle Arten von Wasserinsekten, Würmer und dgl. auf. Die Larven füttere ich mit Plankton, Cyclops, Wasserflöhen, Tubifex, Enchyträen u. a.

PeFraDi.
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Letzte Aktualisierung 12. Oktober 2001.
© AG Urodela; Datum der Erstveröffentlichung: 1. März 1999