Kalifornischer Gelbbauchmolch - Taricha torosa

Das Verbreitungsgebiet von Taricha torosa ist wesentlich kleiner als das von T. granulosa und befindet sich ebenfalls in der Küstenregion Kaliforniens. Im Landesinneren soll die Unterart sierrae vorkommen. Diese soll sich duch die helleren unteren Augenlider von T. t. torosa unterscheiden. Um welche Tiere es sich im folgenden genau handelt kann nicht exakt angegeben werden, da zuverlässiges Vergleichsmaterial nicht vorhanden ist. Die von mir als Taricha torosa gepflegten Tiere besitzen eine ins dunkelbraun reichende Oberseite. Die Unterseite weist ein kräftiges, fast schon dunkles Gelb auf. Diese Gelbfärbung verläuft analog auch am Unterkiefer beginnend, den Hand- und Fußflächen, sowie den Unterarmen- und beinen entlang über die Kloake bis hin zur Schwanzspitze. Die Haut erscheint körnig und bei den Männchen etwas faltig. Die Augen sind größer und dunkler als bei Taricha granulosa. Die Männchen erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 20 cm. Die Weibchen bleiben mit bis zu 18 cm etwas darunter. Zur Paarungszeit verbreitern sich auch bei dieser Art die Schwanzschneide und die Kloake schwillt deutlich an. Die Arme und Beine (ich denke dabei zwangsläufig an Popey) verdicken sich auffällig und die Fußflächen verbreitern sich.

Taricha torosa läßt sich ganzjährig im Wasser pflegen. In dem Aquarium sollten ausreichend Wasserpflanzen und/oder genügend erhöhte Stellen geboten werden, was den Tieren einen Aufenthalt an der Wasseroberfläche ermöglicht. Bei zu hohen Temperaturen sollte der Wasserstand verringert werden, da die Tiere an Land streben. Dem sollte man allerdings vorbeugen, weil die Tiere schlecht wieder ins Wasser gehen. Die Zucht der Tarichas ist nach einer kürzeren kühleren Hälterung prinzipiell das ganze Jahr über möglich. Eigene Nachzuchttiere haben sich in einem Alter von ca. 2,5 Jahren erfolgreich vermehrt.

Die Haltung, Pflege und Zucht gleicht ansonsten der von Taricha granulosa. Taricha torosa zeigt ein etwas ausgeprägteres Fortpflanzungsverhalten. Mit dem Ansteigen der Temperaturen auf ca 14°C werden zuerst die Männchen paarunswillig und danach die Weibchen. Zeigen die Weibchen keine Paarungsbereitschaft, dann sind sie eher passiv und reagieren auf die Liebeswerbungen der Männchen nicht. Die Männchen lassen dann auch wieder von den "unwilligen" Weibchen ab. Ist aber ein Paar in richtiger Paarungsstimmung, dann geht es auch entschlossen und ausdauernd zur Sache. Das Männchen springt dem Weibchen von hinten auf und umklammert es wie auf den Bildern zu sehen ist. Ein richtig in Paarung befindliches Paar läßt sich auch durch nichts ablenken. Die Paarung kann nur einige Stunden, aber auch bis zu zwei Wochen dauern. Dabei wird die Klammerung allerdings auch hin und wieder einmal für einige kurze Momente gelöst. Selbst die Nahrungsaufnahme und das Absetzen des Kotes (mittleres Bild) geschieht während der anhaltenden Paarung, auch ohne die Klammerung zu lösen. Bei der weiteren Paarung stimmuliert das Männchen das Weibchen zusätzlich in dem es versucht, mit seiner Schwanzspitze die Kloakenregion zu berühren. Wenn das nicht so richtig klappt, dann benutzt das Männchen auch die Zehen seiner Hinterfüße, wie auf dem rechten Bild zu sehen ist. Überhaupt erscheint das Männchen sehr ungestüm bei der Paarung vorzugehen, was jedoch von Männchen zu Männchen auch sehr unterschiedlich sein kann. Bei fortschreitender Intensität des Paarungsaktes durchlaufen Zuckungen den männlcihen Körper, die Hinterbeine werden rhytmisch um die Bauchregion angespannt und wieder gelöst, was wohl mit einer Art Massage zu vergleichen ist. Des weiteren öffnet das Männchen sein Maul und versucht, den Kopf des Weibchens nach unten zu drücken. Eine direkte Übergabe des Spermas konnte ich nicht feststellen.

   
Taricha torosa bei der Paarung.     Das Männchen stimmuliert die Kloakenregion beim Weibchen zusätzlich mit den Zehen seines Hinterfußes

Tarichas legen ihre Eier nicht sonderlich gut ab bzw. befestigen sie nicht besonders. Das scheint bei Taricha torosa noch wesentlich ausgeprägter zu sein als bei allen anderen Taricha-Arten. Mitunter werden die Eier nur ganz locker zwischen Pflanzen abgelegt, wo sie auch zu Boden fallen können, oder sie werden gleich irgendwo anders abgelegt. Festgeklebt scheinen sie wohl nicht zu werden. Das ist aber relativ unerheblich, da sich die Eier auch so entwickeln. Die Eier sind sehr unempfindlich. Die einzige Gefahr besteht darin, daß sich die Elterntiere an den Eier schädlich tun. Die Aufzucht der Larven erfolgt ebenso der anderen Taricha-Arten und ist völlig komplikationslos.

Euproctus asper frißt alles was er bewältigen kann. Auch bei Temperaturen von 6°C wird noch verhalten gefressen.
Über die Freilandbeobachtungen, Haltung, Pflege und Zucht von Euproctus asper hat in jüngster Zeit THIESMEIER&HORNBERG (Salamandra 22, S. 196 - 210, Salamandra 26, S. 63 - 82 u. a.) ausführlich berichtet.

PeFraDi.
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Letzte Aktualisierung 12. Oktober 2001.
© AG Urodela; Datum der Erstveröffentlichung: 1. März 1999