Marmormolch - Triturus m. marmoratus

Marmormolche bevorzugen in ihrem Verbreitungsgebiet in Westeuropa und auf der Iberischen Halbinsel (Frankreich, Spanien, Portugal) sowie in Marokko ähnliche Lebensräume wie der heimische Kammolch. Die Tiere erreichen eine Größe von bis zu 16 cm und sind durch ihre recht ansprechende und kontrastreiche Färbung die von einem milden bis kräftigen Grün auf der Oberseite schwarz marmoriert sind, ein sehr hübscher und stattlicher Molch der sich bereits seit Jahrzehnten in Liebhaberterrarien befindet und dort auch regelmäßig zur Nachzucht schreitet. Die Bauchunterseite ist schwarz-braun mit weißlichen Punkten. Besonders zur Geltung kommt die Zeichnung und Färbung, wenn die Tiere an Land sind. Bastarde sind mit dem Kammolch im Überschneidungsgebiet in Frankreich möglich. In Südspanien kommt die kleinere Unterart T. m. pygmeus vor. Triturus m. marmoratus kann an die ganzjährige Haltung und Pflege im Aquarium gewöhnt werden. Dazu ist eine reichliche Einbringung von Wasserpflanzen dringend notwendig. Meine Marmormolche halte ich fast ganzjährig in einem Aquaterrarium. Nachdem sich die Molche im Herbst noch einmal ins Wasser begeben haben und anschließend sich zur Winterruhe auf den Landteil zurückziehen, senke ich den Wasserstand auf Null. Eine gewisse Restfeuchtigkeit verbleibt dabei im Behälter und sorgt somit für eine ausreichende Feuchtigkeit bis zum Frühjahr. Der Behälter wird dann mit einer Glasscheibe abgedeckt, welche nur einmal pro Woche für eine Durchlüftung kurzzeitig abgehoben wird. Je nach Temperatur übergieße ich im März/April den gesamten Behälter mit frischem Regenwasser, was allerdings bereits einige Aktivitäten der Marmormolche voraussetzt. Die Tiere suchen alsbald das Wasser auf und schreiten zur Paarung. Sollten es die Außentemperaturen zulassen, verbringe ich die Marmormolche bereits im März in ein größeres Aquarium in meinen Garten. Eine kleine Insel wird geboten, jedoch selten angenommen. Die im Freien erreichten Temperaturschwankungen werden ohne Probleme vertragen. Eine direkte Sonneneinstrahlung auf das Aquarium erfolgt nur im Frühjahr und wirkt durch den Temperaturanstieg zusätzlich als paarungsstimmulierend. Nach erfolgter Paarung beziehen die Molche wieder ein Aquaterrarium. Ebenso schreiten die Molche problemlos zur Paarung, wenn ich die Tiere direkt aus der Winterruhe in ein Aquarium mit Wassertemperaturen von ca. 18°C verbringe. Nach zwei bis drei Tagen paaren sich die Molche auch unter solchen Bedingungen. Nach erfolgter Paarung und Eiablage verbringe ich die Eier oder die adulten Tiere in andere Behälter. Bei guter Fütterung fressen die Elterntiere die Eier nicht, stellen jedoch den Larven nach. Das eigentliche Paarungsspiel und die Entwicklung ist bei fast allen Triturus-Arten gleich und ist in jedem Standardwerk über Urodelen beschrieben. Die Marmormolche eignen sich ausgezeichnet für eine ganzjährige Haltung in einem Freilandterrarium. Die Zucht ist dort ebenfalls komplikationslos und regelmäßig möglich, verschiebt sich aber zeitlich etwa auf den Mai. Allerdings sollte man die Tiere auf Grund ihres gesunden Appetites mit keiner weiteren Schwanzlurchart, die im gleichen Terrarium zur Fortpflanzung schreitet, vergesellschaften. Die adulten Marmormolche verzehren nicht nur ihre eigene Nachzucht, sondern die der anderen Molche und Salamander gleich noch mit. Eine Zufütterung der Tiere im Freilandterrarium (Haltungserfolg über 15 Jahre!) halte ich für angebracht. Da sich ansonsten die Molche bei der Freilandhaltung im wesentlichen sich selbst überlassen bleiben, ist die Nachzuchtrate auch nicht sehr hoch. In diesem Falle sollte man den Großteil des Laiches und/oder die Larven entnehmen und gesondert aufziehen. Ansonsten sind die Molche sehr ausdauernde Pfleglinge im Freilandterrarium, im Zimmerterrarium ohnehin. Marmormolche nehmen jede Art von Nahrung zu sich. Selbst Babymäuse habe ich schon einige Male an ausgewachsene Tiere verfüttert. Bei hochsommerlichen Temperaturen nehmen die Molche allerdings sehr wenig Futter auf; bei zu hohen Temperaturen halten sich die Tiere ausschließlich an Land auf und fressen dann auch einmal für einige Tage gar nicht. Um die Tiere bereits im Herbst zur Vorbrunft zu führen, füttere ich zu Beginn des Herbstes sehr reichlich und abwechslungsreich. Allerdings sollte man darauf achten, daß die Tiere auf Grund ihrer Gefräßigkeit nicht zu dick werden. Marmormolche haben eine besondere Veranlagung zur Verfettung. Dem sollte man Rechnung tragen und die Futterportionen klein halten.

PeFraDi.
peterfrank.dippold@gmx.net


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Letzte Aktualisierung 12. Oktober 2001.
© AG Urodela; Datum der Erstveröffentlichung: 1. März 1999